Drei Gipfelwanderung Lifjell
Montag, 03.08.2026
Heute steht eine Wanderung im Lifjell an. Unsere Anfahrt führt von Seljord nach Bø. Von hier fahren wir über Nebenstrassen den Berg hoch bis zum Lifjell Skisenter. Die Wanderung über drei Gipfel startet direkt beim Parkplatz. Anfänglich geht es bei angenehmer Steigung über einen breiten Wanderweg bergwärts. Bei einer Abzweigung entscheiden wir uns für eine Überschreitung des Bøkstulnatten, unseren erster Gipfel dieser Wanderung. Ab jetzt geht es steil hoch, bis wir nach kurzer Zeit unser erstes Ziel erreichen.

Hier haben wir eine super Aussicht über die Berge und Täler dieser Gegend. Auch unsere weiteren zwei Gipfel sind gut einzusehen. Jetzt geht es bergab in einen Sattel, wo der Aufstieg zum Krintofjellet startet. Nach einem Abstecher zu einem kleinen Tümpel erreichen wir schon bald den höchsten Punkt. Das Krintofjellet ist ein langgestreckter Rücken, bewachsen mit Zwergbirken, Zwergerlen, Heidelbeeren und anderen Heide Stauden.

Nach einem Abstieg ist ein Bächlein zu überschreiten. Leider hat es kaum Wasser, dadurch ist der Wasserfall zu einem dünnen Rinnsal verkommen. Nach einem kurzen Gegenanstieg wandern wir bergabwärts zum letzten Pass. Ab hier geht es über Felsplatten zum Gipfel des Anebunatten. Für den Abstieg wählen wir einen sehr selten begangen Weg durch das Anebudalen. Er folgt für längere Zeit einer seichten Schlucht mit gewaltigen Felsabbruchzonen wo man von Stein zu Stein balancieren muss.

Die letzten Kilometer führt unser Weg durch eine Moorlandschaft mit Gräser und Wald, bis wir auf eine Schotterstrasse treffen, welche uns zurück zum Parkplatz führt. Auf der Rückfahrt suchen wir noch nach einem netten Kaffee in Bø. Leider ist heute alles geschlossen. Ursula ersteht sich in einem Sport Outlet noch ein Paar Gummistiefel. Danach fahren wir zurück nach Seljord. Im Seljordsvatnet soll der Legende nach die sagenumwobene Seeschlange Selma leben und dort ihr Unwesen treiben. Die Berichte gehen bis in das Jahr 1750 zurück, als sie angeblich ein Ruderboot zum Kentern brachte.

Seitdem ist sie zu einem bekannten Symbol der Region geworden und ziert das Gemeindewappen. Einheimische sagen, dass sie sich meist an warmen, windstillen Sommertagen zeige. Bisher fanden sich aber trotz intensiver Recherche keine Beweise.
https://www.komoot.com/de-de/tour/3167189307
Fahrt nach Kyrkjebygda zum Søftestad Camping
Dienstag,04.08.2026
Nachdem wir alles gepackt und das Wägeli fahrbereit ist, geht es los Richtung Süden. Zuerst geht es noch für ein paar Kilometer der Europastrasse 134 entlang. Bei Brunkeberg biegen wir ab auf die 41 ab. Dieser Weg führt zum Nissedal, einem der drei Täler, die vom Telemarkkanal zur Südküste verlaufen. In einem gemütlichen ersten Teil geht es bergab. Schon bald kommen wir zum Kviteseidvatnet. Das Tal wird hier beidseitig von steilen, bewaldeten Hügeln begrenzt. Es sieht malerisch aus. Kurz nachdem wir den See an seiner engsten Stelle gequert haben, geht es in vielen Haarnadelkurven bergauf.

Dabei haben wir immer wieder Sicht auf die schöne Szenerie von grünen Hügeln und blauem See. Nachdem wir Strond erreicht haben, fahren wir dem Ufer des Bussvikfjorden und dem Nissersee entlang. Schon bald zeigen sich die ersten mächtigen Granitdome zwischen den bewaldeten Hügeln.

Das Nissedal ist nicht umsonst als Kletterparadies bekannt. Auf dem Camping bekommen wir einen Podestplatz am See.

Es hat Kies- und auch Sandstrand in der Nähe. Am späteren Nachmittag wird es bewölkt. Die drei Kinder der holländischen Nachbarn sind bis in den Abend hinein unermüdlich vom Ufer aus am Fischen. Und das, obwohl kein einziger Fisch anbeisst.
Regen und Einkauf
Mittwoch, 05.08.2026
Den Vormittag verbringen wir gemütlich im Wägeli, während es draussen giesst.

Als es etwas aufklart, treffe ich draussen auf die nette Campingeigentümerin. Sie fragt, ob wir fischen oder ein Kanu oder Ruderboot benutzen wollen. Diese stehen kostenlos zur Verfügung. Ich bedanke mich und sage ihr, dass wir nach Treungen zum Einkaufen fahren. Sofort informiert sie mich über sämtliche Geschäfte, die dort zu finden sind und empfiehlt uns das Kaffee Turine zum Einkehren. Das Einkaufen ist, wie meistens in Norwegen, eher langweilig. So sind wir schnell im „Turine“ einem sehr kleinen, gemütlichen Kaffee mit Boutique. Wir setzen uns draussen in einem lauschigen Unterstand in eine gemütliche Ecke und geniessen einmal mehr norwegische Süssigkeiten zu unserem Kaffee. Im Zentrum der kleinen Ortschaft Treungen stehen einige auffallend schöne Jugendstilhäuser.

Zwei davon sind ehemalige Hotels, die nach einem Grossbrand im Jahr 1922 vom Architekten Oscar Høyer Stensvand gezielt im damaligen neuen Zeitgeist entworfen wurden. Bei uns gibt es heute nicht mehr viel Neues. Wir planen noch die nächste Reiseetappe, kochen etwas und lassen den Tag beim Lesen ausklingen.
Fahrt nach Haugjåsund Camping und Jettegryter
Donnerstag, 06.08.2026
Das Zusammenpacken dauert heute fast länger als die eigentliche Fahrt. Wir bewegen uns nur 28 Kilometer weiter südlich nach Haugjåsund. Auf dem Campingplatz hat es einige Dauermieter, die anwesend sind. Wir sind heute die einzigen Touristen. Am späteren Nachmittag fahren wir zu den Jettegrytene, den Gletschertöpfen, die fünfzehn Kilometer entfernt liegt.

Umgeben von Wald und Fels finden sich auf einer Länge von rund 300 Metern glattpolierte Felsformationen, tiefe, glasklare Badebecken und natürliche Wasserrutschen. Es ist faszinierend, was die Natur alles hervorbringt. Im Wasser und auf den Felsen tummeln sich am frühen Abend doch noch einige Leute. Tagsüber wird hier im Moment wohl recht viel los sein. Wir laufen über die Felsen und fotografieren hier und dort.

Als wir auf den Parkplatz zurückkommen, haben sich einige Campervans zum Übernachten eingefunden. Die Kosten für das Parkieren sind mit 250 NOK aber auch nicht wirklich gering. Wir fahren retour.

Zum Kochen hat heute niemand Lust. Also bleibt die Küche geschlossen.
Fahrt nach Evje zum Oddestemmen Camping und Steinsliperi
Freitag 07.08.2026
Einmal mehr haben wir unsere Pläne
kurzfristig geändert. Eigentlich wollten wir ins nächste Tal und
dort etwas nördlich, nach Fyresdal fahren. Die Wetterprognosen sind
weiter nördlich aber nicht so toll. So entscheiden wir uns, ein Tal
weiter westlich und nach Evje zu fahren, das am südlichen Ende vom
Setesdal liegt. Im Mai haben wir zehn Kilometer weiter nördlich
einige Tage am Byglandsfjord verbracht. Der Oddestemmen Camping wurde
von einem Holländer eröffnet und heute mit Unterstützung einer
holländischen Angestellten zusammen geführt. Er betreibt zudem noch
eine Schmucksteinschleiferei und hat sich auf die Produktion von
Steinschmuck aus norwegischen Schmucksteinen spezialisiert.

Aus gesundheitlichen Gründen muss er aber zurückstecken. Reception und Laden sind in einem Raum, was ziemlich verführerisch ist, da mein Blick während der Wartezeit immer wieder über all die schönen Schmuckstücke gleitet. Die ganze Atmosphäre hier auf dem Platz ist sehr entspannt und angenehm.
Wandern und Biken
Samstag, 08.08.2026
Für heute steht Biken für Schünti und Wandern für mich auf dem Programm. Da am Nachmittag etwas Sonnenschein angesagt ist, fahren wir zuerst nach Evje, wo wir den Tank füllen. Danach geht es weiter zum „Spisekroken“, einer Bäckerei mit Café und Terrasse.

Später besuche ich noch einmal die Steinsliperi und tausche mich mit der sympathischen Holländerin über Edelsteine aus. Nachdem sie mir noch Tipps zu Kurzwanderungen in der Umgebung gegeben hat, ziehe ich kurz später meine Wanderschuhe an und laufe los. Ich wähle den Evje Mineralsti. Der Mineralienpfad ist ein Erlebnisweg, der fünf historische Feldspat- und Quarzminen miteinander verbindet.

Gegen eine Gebühr kann man auch selber Steine sammeln und spalten. Ich folge zuerst dem Mineralienpfad durch Wald und Feld bis ich auf eine Anhöhe komme. Für den Rückweg suche ich mir einen anderen Weg, der mich zuletzt zu einer Kuhweide führt, wo ich den Weg verliere. Da es gemäss Karte aber nicht mehr weit ist, gehe ich querfeldein, überquere eine etwas abenteuerliche Brücke und kraxle dann ein steiles Bord bis zur Strasse hoch.

Etwas später ruft Schünti an, da seine Biketour etwas länger geworden ist als ursprünglich geplant. Er hat noch einige Seen und etliche Kilometer vor sich, bevor er wieder hier ist. Der Akku sollte aber reichen und das ist die Hauptsache. Denn wir haben keinen Fahrradträger für das Auto dabei.

Viel später gibt es noch Suppe und Brot und bald darauf ist es dunkel in unserem Wägeli.
https://www.komoot.com/de-de/tour/3182489131
https://www.komoot.de/tour/3182120596?ref=aso&t_s=referral&t_cid=route_share
Fahrt nach Sirdalen zum Lindeland Camping
Sonntag, 09.08.2026
Unser nächstes Ziel ist Stavanger an der Westküste. Die ungefähr 210 Kilometer teilen wir ins zwei Tagesetappen auf. Heute fahren wir bis zum Lindeland Camping, der im Sirdal etwas nördlich von Tonstad liegt. Wir verlassen das Setestal und folgen der Landstrasse westwärts.

Die Strasse schlängelt sich durch ein abwechslungsreiches, hügeliges Terrain mit dichtem Nadelwald, kleineren Seen und rauschenden Bächen. Auf der Haddelandsheie machen wir eine Pause und picknicken.

Je weiter wir nach Westen fahren, desto wilder wird die Landschaft. Die Bäume werden lichter, und die Granitfelsen des südnorwegischen Gebirges treten deutlicher hervor. Das Sirdal wird von steilen Felswänden, Nadelwäldern und dem Fluss Sira dominiert. Der Camping liegt direkt am Fluss, hinter dem die Felsen in den Himmel ragen.

Zum Campingplatz gehört ein Kunsthandwerksladen mit einem bunten Gemisch an Strickwaren, Tassen, Einrichtungsgegenständen und tausend anderen Sachen, dazu ein kleines Café und ein Museum. Die Eigentümerin führt mit einer jungen Frau und mir ein kleines Gespräch auf Norwegisch. Sie ist äusserst geduldig mit uns und spricht wunderbar langsam.

Am Abend fängt es an zu regnen. Mit den neuen Gummistiefeln spaziere ich jetzt aber ganz gemütlich durch die grössten Pfützen.

