Kilvamma Camping und Thai-Essen
Montag, 06.07.2026
Wir haben beschlossen, dass wir in den nächsten Tagen weiter südlich bis Strömsund und von dort über den Vildmarksvägen nach Gäddede fahren, wo es dann nach einem Abstecher aufs Stekenjokk über die Grenze nach Norwegen zurückgeht. Die Wetterprognosen zeigen für Donnerstag sonniges Wetter an, was sich für den Ausflug aufs Stekenjokk anbietet. Deshalb nehmen wir es gemütlich und fahren die Strecke bis Gäddede in mehreren Etappen. Vorerst geht es 135 Kilometer weit nach Kilvamma. Die Fahrt führt durch eine einsame, bewaldete bis tundra-ähnliche Landschaft mit vielen Seelein.

In Vilhelmina gibt es einen Kaffeestopp, dann geht es weiter bis zum Kilvammasee. Direkt am Ufer befindet sich der kleine einfache Kilvamma Camping. Zum sympathischen Familienbetrieb gehört auch ein thailändisches Restaurant, wo wir später lecker essen.

Strömsund
Dienstag, 07.07.2026
Wir fahren die restlichen 60 Kilometer bis nach Strömsund. Wie bereits in den letzten Tagen sehen wir auch heute immer wieder Schilder mit der Aufschrift Loppis am Strassenrand. Wie wir erfahren, sind die kleinen Strassen- und Garagenflohmärkte in Skandinavien während der Sommermonate weit verbreitet. Im Preis von Strömsunds Camping ist auch der Eintritt im Friluftbad inbegriffen. In Anbetracht der mageren Temperaturen verzichten wir aber auf den Badibesuch.

Im Dollarshop, der gleich neben dem Campingplatz ist, gibt es wieder eine Ecke voller Godies. Heute widerstehe ich nicht und fülle Süsses, Saures und salzige Drops in allen Farben in einen Sack. Im ICA, Coop und Systembolaget stocken wir später noch unsere Vorräte auf, bevor es in einigen Tagen über die Grenze nach Norwegen zurückgeht.
Auf dem Vildmarksvägen nach Gäddede
Mittwoch, 08.07.2026
Im Zentrum von Strömsund biegen wir auf die Strasse 342, den Vildmarksvägen ab. Die Strasse ist die nächsten 134 Kilometer gesäumt von Wald und Seen. Die Böschungen dicht übersät mit Lupinen, die rosa, violett und weiss leuchten. Es ist eine Augenweide. Daneben blühen Knabenkraut, Feuer-Lilien, Margeriten, Mädesüss, Wollgras und viele andere Blumen und Pflanzen. Irgendwo auf der Strecke sehen wir einen kleinen Laden. Der Vildmarksaffärn ist eigentlich ein Secondhandgeschäft, das aber auch ein kleines Lebensmittelsortiment und diversen Fischereibedarf führt. Weiter wird Kaffee und eine Auswahl an hausgemachten Keksen angeboten. Nach einer kurzen Pause fahren wir weiter nach Gäddede und checken auf dem Campingplatz ein, der am Kvarnbergsvattnet liegt. Es weht ein kräftiger und kalter Wind und kleine Wellen schlagen permanent gegen das Ufer. Etwas später fahren wir auf einer Schotterpiste direkt am See Hetögeln entlang. Vom Parkplatz am Ende der Strasse ist es nicht mehr weit bis zum Hällingsåfallet. Der 43 Meter hohe Wasserfall und die 800 Meter lange Schlucht sind eindrücklich.

Von der Aussichtsbrücke sehen wir im permanenten Sprühnebel des Wasserfalls mehrmals kurz einen Regenbogen aufleuchten. Links und rechts der Schlucht führen Pfade durch den Wald. Wegen des sumpfigen Bodens sind diese teilweise mit Holzstegen versehen und leiten zu verschiedenen kleinen Aussichtsplattformen, die den Blick direkt in die Tiefe freigeben. Hier wachsen auch seltene Flechten und Moosarten.

https://www.komoot.com/de-de/tour/3094153480
Stekenjokk, Hochebene, Berge und Wasserfälle
Donnerstag, 09.07.2026
Wir erkunden heute die Gegend von Gäddede bis zum Stekenjokk, das auf 876 Meter über Meer liegt weiter auf dem Vildmarksvägen. Die Strecke führt zuerst sanft ansteigend weiter durch bewaldetes Gebiet mit schönen Ausblicken auf die malerischen Seen die mal links, mal rechts der Strasse zu sehen sind.

Auch hier blühen Lupinen in kräftigen Farben und verschwenderischer Fülle. Dabei passieren wir immer wieder einzelne Häuser und Weiler. Stora Blåsjön ist das einzige kleine Dorf mit rund 80 Einwohnenden auf der ganzen Strecke.

Einige Kilometer vor der Passhöhe gelangen wir auf die baumlose weite Hochebene. Von Leipikvattnet bis Klimpfäll befinden wir uns in einem Vogelschutzgebiet wo das Betreten des freien Geländes vom 10. Juni bis 10. Juli verboten, bzw. nur auf einzelnen ausgeschilderten Pfaden erlaubt ist. Zusätzlich überschneidet sich die Brutzeit mit der Kalbesaison der Rentiere, weshalb auf einem rund fünf Kilometer langen Teilabschnitt bis zum 15. Juli ein Halte- und Parkverbot gilt. Die Weite hier oben mit den im Hintergrund noch schneebedeckten Gipfeln ist einzigartig.

Rentiere sehen wir heute leider nicht. Wir fahren noch weiter bis Klimpfjäll, wo wir in einem kleinen Hotel auf der sonnigen Terrasse Kaffe und kleine Kanelknuten geniessen bevor wir uns auf den Rückweg machen. Wir legen beim Gaustafallet einen Stopp ein. Bis zum Wasserfall sind es nur wenige Meter.

Es ist eine sehr hübsche Szenerie und es hat einige Leute, die am Ufer auf den Steinen sitzen und das Schauspiel des Wassers geniessen. Kurz nach Stora Blåsjön ist nochmals eine Ausschilderung zu einem Wasserfall. Wir beschliessen, auch diesen noch anzuschauen. Der Brakkåfallet verlangt schon einiges mehr an Einsatz. Es ist in zwei markante Stufen unterteilt. Am unteren Wasserfall wo das Becken von schönen flachen Schieferplatten gesäumt ist, tummeln sich Badelustige. Wir folgen dem Pfad auf der linken Seite weiter aufwärts durch den Wald, bis wir die Oberkante der Schlucht erreichen.

Hier fällt das Wasser inmitten einer wilden Kulisse durch zwei Schluchten in die Tiefe. Beim Abstieg gehen wir auch noch zum unteren Wasserfall, wo es inzwischen ruhiger geworden ist.

Danach fahren wir zurück nach Gäddede, füllen den Tank und kaufen noch kurz bei ICA ein.
Über die Grenze nach Norwegen
Freitag, 10.07.2026
Wir gehen den Tag ruhig an und fahren erst kurz vor Mittag los. Der Campingplatz auf der norwegischen Seite ist nur 28 Kilometer entfernt. Auf dem Lierne Gjestegård in Holand werden wir sehr nett empfangen. Es ist Wintercamping – der Skilift ist gleich vor der Türe - und wir sind ganz allein auf dem Platz.

Auch im Gästehaus ist im Moment nichts los. Schünti unternimmt später noch eine Biketour, während ich zum See laufe, telefoniere und wasche.

https://www.komoot.com/de-de/tour/3099023719
Erkundungen und Einkauf in Sandvika
Samstag, 11.07.2026
Es ist eine etwas verschlafene Gegend hier. Auch einige Kilometer weiter, in Sandvika, bzw. Nordli gibt es ausser Lebensmittelgeschäft, Arztpraxis, Servicestation mit Restaurant, Café, Camping- und Souvenirs und Tankstelle nicht viel zu sehen. Das Besucherzentrum ist am Wochenende geschlossen. Auf dem Parkplatz besteht die Möglichkeit mit Wohnmobil oder Wohnwagen zu übernachten. Die Kirche liegt erhöht am Hang, Häuser hat es nur wenige. In der Servicestation gibt es diverse Wanderkarten und eine Gratisbroschüre mit Wanderungen rund um Kvelia. Über die beiden Nationalparks, die sich in unmittelbarer Umgebung befinden und zusammen mit angrenzenden Schutzgebieten in Schweden eine der grössten zusammenhängenden Wildniszonen Skandinaviens bilden, können wir nicht viel mehr in Erfahrung bringen.

Wir wissen bereits, dass es nur wenige markierte Wanderwege im Lierne und im Blåfjella-Skjækerfjella Nationalpark gibt und dass es mit Vielfrass, Luchs, Bär und verschiedenen Vogelarten eine reiche Tierwelt gibt. Im „Matkrokken“ versorgen wir uns noch mit einigen Lebensmitteln, dann geht es zurück zum Camping.

Wanderung auf den Skærknulen
Sonntag, 12.07.2026
Nach dem Frühstücken fahren wir über Sandvika/Nordli Richtung Kvelia. Kurz vor dem Dorf biegen wir links ab und fahren über eine Schotterstrasse noch 2.3 Kilometer weiter bis auf der rechten Strassenseite beim Bergligården ein Parkplatz zu sehen ist. Gleich hier geht unsere Wanderung auf den Skærknulen los. Der gut markierte Pfad verläuft zuerst über eine Wiese und taucht danach mit kurzen steilen Passagen in einen Nadelwald ein, der allmählich in lockeren Birkenwald übergeht. Der Weg ist teilweise sehr sumpfig und wir setzen unsere Füsse vorsichtig auf, um nicht zu versinken.

Es blüht wieder in vielen Farben und Formen. Beim Schlussanstieg zieht über den Bergrücken ein kalter Wind. Sobald wir das Gipfelkreuz erreicht haben, suchen wir uns etwas unterhalb ein windstilles Plätzchen zum Lunch. Nach einer Pause steigen wir weglos in einen Sattel ab und einem leichtem Anstieg zum Storfjellet auf.

Von dort haben wir eine wunderschöne Sicht ins weite Land und bis nach Schweden. Dem Rücken entlang geht es weglos weiter bis wir wieder auf den Wanderweg gelangen und absteigen. Auf dem Rückweg gibt es noch einen kurzen Abstecher zur Kirche von Nordli.

https://www.komoot.com/de-de/tour/3105172855

