
Skandinavien Reise 17.08. bis 23.08.2026
E-Biketour und Kanelstrand
Montag, 17.08.2026
Es ist ein sonniger und angenehm warmer Tag, der dazu einlädt draussen zu sitzen und zu geniessen. Schünti unternimmt mit dem E-Bike eine kürzere Tour, ist aber nicht allzu begeistert, da er wegen geschlossenen oder privaten Strassen ständig wieder die Route anpassen muss. Gegen Abend fahren wir ins Naturschutzgebiet Furulanden bei Mandal. Auch dieses stadtnahe Gebiet scheint bei den Leuten sehr beliebt, um Sport zu treiben. Der Weg durch den Wald führt an einigen Häusern vorbei, die einem Rosamunde-Pilcher-Film entsprungen sein könnten.

Bald erreichen wir den Kanelstrand. Seinen Namen verdankt er dem feinkörnigen hellbraunen Sand, der optisch an Zimt erinnert. Erstaunlicherweise sind wir ganz allein in der kleinen Bucht. Der Blick auf die vorgelagerten Schären, wo etliche Segelschiffe kreuzen, ist herrlich.

Die Bäume werfen schon lange Schatten. Wir laufen noch zur nächsten Bucht, die auch äusserst malerisch ist und spazieren dann über einen der vielen Wanderwege zum Parkplatz zurück. Auf dem Rückweg kaufen wir noch Zutaten für „Gschwellti“ ein. Auch heute wird es wieder spät und an Abwaschen ist nicht mehr zu denken.

https://www.komoot.com/de-de/tour/3208648344
Mandal
Dienstag, 18.08.2026
Heute liegt ein herbstlicher Hauch in der Luft und es ist etwas kühler. Trotzdem ist es schön, in eine Decke eingewickelt, draussen zu sitzen und die Sonnenstrahlen zu geniessen. Am Nachmittag bringt mich Schünti nach Mandal, wo ich einen Stadtbummel mache. Auf der Mandalselva reihen sich die Boote vor den Häusern dicht an dicht. Es wirkt fast so, als hätte jede dort wohnende Person das eigene Boot direkt vor der Tür parkiert.

Später treffen wir uns im kleinen, belebten Zentrum zum vorläufig letzten norwegischen Kaffee mit Kanelsnur in Edgars Bakery.
Überfahrt Kristiansand - Hirtshals
Mittwoch, 19.08.2026
Nun ist es also soweit. Heute am späteren Nachmittag bringt uns die Fähre von Kristiansand nach Hirtshals, Dänemark. Nach Absprache mit der netten Inhaberin können wir bis 14 Uhr auf unserem Platz bleiben.

Das ist super. Sie poliert heute ihren „Deux Chevaux“, den sie neu erstanden hat. Er ist knallröt mit Blümchen und trägt die Aufschrift : „Ein ganz normaler Camping – aber mit Charme“. Der Satz trifft das Amiente hier sehr treffend. Der Platz war früher wohl ein Bauernhof und wurde sorgfältig und mit Freude am Detail zu einem Campingplatz umfunktioniert. Als wir am Hafen ankommen, stehen bereits massenhaft Fahrzeuge in den Reihen. Das Check-In dauert keine halbe Minute. Nun heisst es nochmals warten, bis die Colour Line ankommt und wir verladen können.

Auch das klappt reibungslos. Pünktlich um 16.30 Uhr verlässt die Fähre den Hafen. Bald verschwinden die Häuser, die Küste und die Schären in der Ferne und wir steuern auf das offene Meer zu. Die knapp drei Stunden Fahrt vergehen mit Lesen, Essen und Bord Shopping recht schnell. Das Ausladen in Hirtshals geht rasch und es gibt weder Pass- noch Alkoholkontrolle.

Wir fahren zum nahegelegenen Campingplatz und richten uns ein. Wir sind beide ziemlich müde, heute wohl vom Warten und Sitzen.
Tornby Strand Camping und Rubjerg Knude Fyr
Donnerstag, 20.08.2026
Es ist wieder ein wunderschöner Spätsommertag. Ausser winzigen Insekten, die sich in Scharen auf unserem Auto niederlassen – und von denen wir nicht so genau wissen, ob sie auch an uns interessiert sind – ist alles sehr friedlich. Wir haben unsere Aktivitäten heute auf einen Abendausflug zum Rubjerg Knude Fyr reduziert.

Der Leuchtturm in Nordjütland wurde 1900 erbaut. Er steht auf einer riesigen Wanderdüne an der Nordseeküste zwischen Lønstrup und Løkken. Wegen starker Küstenerosion drohte er ins Meer abzustürzen und wurde 2019 in einer spektakulären Aktion siebzig Meter ins Landesinnere verschoben.
https://www.visitnordvestkysten.de/node/1456
Für die Strecke zwischen Parkplatz und Düne bietet ein Traktorzüglein seine Fahrdienste für 40 Kronen an.

Wir gehen aber zu Fuss durch die Dünenlandschaft und erklimmen zum Schluss die grosse Düne, wo der Leuchtturm steht. Es bleibt uns genügend Zeit, die spannenden Formen und Farben der Düne rund um den Leuchtturm zu erkunden,

bevor wir kurz vor einundzwanzig Uhr zusehen, wie die Sonne am Horizont langsam im Meer verschwindet.

Skagen, Sightseeing und Abendlicht
Freitag, 21.08.2026
Heute fahren wir noch einmal nördlich. Skagen ist eine Hafenstadt am nördlichen Ende von Dänemarks Halbinsel Jütland. Sand und Meer prägen die Landschaft rund um die Stadt, die berühmt ist für das Zusammentreffen von Nord- und Ostsee und ihr magisches Licht. Viele Kunstschaffende im Bereich der Malerei waren davon fasziniert und liessen sich in Skagen nieder. Weitere Attraktionen sind die versandete Kirche, die Råbjerg Mile - Nordeuropas grösste Sandwanderdüne und die charakteristisch gelb gekalkten Häuser mit roten Ziegeldächern und weiss gestrichenen Kanten. Wir fahren zuerst zur versandeten alten Kirche St. Laurentius, wo nur noch ein Teil des Turmes mitten in den Dünen aus dem Boden ragt.

Über eine enge Wendeltreppe kann man den Turm besteigen. Schünti entdeckt dort ein Nest mit jungen Rauchschwalben. Danach geht es weiter zum Vippefyr. Das Wippfeuer in Skagen ist ein historischer Leuchtturm aus dem Jahr 1747. Heute steht an gleicher Stelle eine originalgetreue Kopie zur Besichtigung. Von hier hat man eine schöne Sicht auf die weiten Dünen und den Hafen.

Leider reicht es nicht für einen Stadtbummel, so sehen wir das charmante Zentrum mit den gelbgestrichenen Häuser nur im Vorbeifahren. Wir essen kurz etwas, bevor es zum Sonnenuntergang an den Nordstrand geht.

Es ist wunderschön und friedlich hier in den Dünen am Strand. Heute ist keine Wolke am Himmel als die Sonne glutrot im Meer versinkt.

Hinter den Dünen geht schon der Mond auf und der Himmel färbt sich zartrosa.
Weiterfahrt nach Løgstør
Samstag, 22.08.2026
Bei der Abfahrt wissen wir noch nicht, wohin es heute geht. Die Idee, die wir gestern hatten, scheint uns plötzlich nicht mehr so gut. Klar ist einzig, dass wir eher der Westküsten entlang fahren und noch ein paar Tage an einem ruhigen aber nicht allzu abgeschiedenen Ort verweilen möchten, bevor es definitiv heimwärts geht. Also halten wir bald an und vertiefen uns nochmals in Google Maps und NorCamp. Schlussendlich einigen wir uns auf Løgstør, eine dänische Kleinstadt, die auf der Halbinsel Himmerland am Limfjord liegt. Die Wetterprognosen sind gut, es gibt Einkaufsläden, eine Bäckerei und einen Campingplatz mit positiven Rezensionen. Am frühen Nachmittag kommen wir an, richten uns ein und geniessen die Sonne.

Da ich mich noch etwas bewegen möchte, gehe ich später zum Hafen hinunter, kaufe mir bei Havnens Ishus ein feines Eis und spaziere dem Friedrich-VII.-Kanal entlang bis um Limfjordsmuseum.

Løgstør ist wirklich ein gemütlicher, überschaubarer Ort. Schünti kocht ein feines Nachtessen und schon bald danach entschwinde ich ins Reich der Träume.
Løgstør
Sonntag, 23.08.2026
Eigentlich wollten wir heute Waschen. In der Nacht hat es jedoch zweimal geregnet und der Morgen zeigt sich eher von der trüben Seite. So beschliessen wir die Wäsche auf den Montag zu verschieben. Nach dem Morgenessen nehme ich mein Bike vom Träger. Das arme Teil sieht furchtbar aus. Die Kette und der Wechsel benötigen dringend mal eine Reinigung. So leere ich den Rest meines Kettenreinigungssprays, um die gröbsten Überresten von Sandstaub und alter Ölschmiere zu entfernen. Frisch eingeölt und mit gepumpten Pneus ist das Rad wieder einsatzbereit. Am frühen Nachmittag fahren wir zum Einkaufen in das Städtchen. Nach "Z'Vieri", Kaffee und Güetzi hecken wir eine mögliche Route heimwärts aus.
