Skandinavien Reise 24.08. bis 30.08.2026

Skandinavien Reise 24.08. bis 30.08.2026

Montag, August 24, 2026

Muschelstadt Løgstør, Waschtag und E-Biketour

Montag, 24.08.2026

Die Sonne treibt uns aus den Federn. Während die erste Wäschetrommel läuft, frühstücken wir gemütlich draussen unter blauem Himmel. Am Mittag rückt Schünti zu einer Biketour aus. Ich wasche, lese und sitze an der Sonne. Nachdem Schünti zurück ist, überlasse ich ihm die „Wäscherei“ und spaziere durch den Wald hinunter zum Kanal.

Muschelskulptur am Hafen

Die Muschelfischerei ist bis heute ein wichtiger Erwerbszweig in Løgstør. Das brachte ihr auch den Beinamen „Muschelstadt“ ein. Ich flaniere etwas herum und lasse die maritime Stimmung im Hafen und die ruhige Atmosphäre im Ortskern auf mich wirken. Auf dem Rückweg mache ich einen Abstecher zum Strand, der zu einem grossen Teil aus unzähligen weissen Muschelschalen besteht.

Muschelstrand

Am Abend räumen wir schon etwas zusammen. Morgen geht es weiter nach Ribe.

https://www.komoot.com/de-de/tour/3227396025

Fahrt nach Ribe

Dienstag, 25.08.2026

In einem gefühlten Zickzackkurs fahren wir von Løgstør aus Richtung Ribe. TomTom führt uns zuerst fast bis an die Ostküste, dann wieder über Landstrassen ins Landesinnere, bis wir kurz vor Esbjerg an der Westküste gegen Süden abbiegen und noch dreissig Kilometer weiter bis zum Camping Storkesøen in Ribe fahren. Während ich auf der Fahrt fast einnicke, empfindet Schünti die Landschaft als sehr beruhigend. Die Gegend ist grösstenteils flach, grün und landwirtschaftlich stark genutzt. Der eher kleine Campingplatz liegt an einem beliebten Angelteich. Als wir gegen 15 Uhr ankommen, ist die Auswahl für Gespanne bereits auf einige wenige Plätze geschrumpft. Wir treffen es aber gut und haben vor dem Wägeli sowohl Sonne als auch etwas Schatten. Sobald Stühle und Tisch aufgestellt sind, essen wir etwas und machen es uns danach gemütlich.

Ribe

Mittwoch, 26.08.2026

Ribe ist die älteste Stadt Dänemarks. Sie hat etwas über 8'000 Einwohnende. Der Weg zum imposanten Dom führt durch wunderschöne Gassen. Viele der historischen Gebäude sind äusserst gut erhalten.

Historische Gasse in Ribe

Beim Dom angekommen lösen wir ein Ticket und steigen die 248 Treppenstufen des Kirchturms hoch. Von der flachen Aussichtsplattform kann man das weite Panorama und den Blick auf Ribe geniessen.

Panorama vom Turm

Nachdem wir auch das Museum und die Kirche besichtigt haben, schlendern wir durch die gemütlichen, kopfsteingepflasterten Gassen mit Fachwerkhäusern, Einkaufsläden und Cafés. In der Bäckerei Pompei kaufen wir ein leckeres Sauerteigbrot. Dann setzen wir uns draussen in eines der Cafés und schauen dem lebhaften Treiben zu. Anschliessend spazieren wir zur Flusspromenade der Ribe Å. und dem historischen Hafen. Bei der alten Schiffsbrücke gibt es einen kleinen Markt, der einen Mix aus alten und neuen Sachen, Spielzeug und lokalen Waren anbietet.

Hafen von Ribe

Auch hier ist die Stimmung sehr entspannt. Über den Dächern erspähen wir einen weiteren Kirchturm. Wir marschieren durch Gassen und Innenhöfe in diese Richtung und finden uns bei der schönen Klosterkirche Sankt Catharinæ wieder.

Geschäftiges Treiben beim Dom

Als unsere Füsse langsam müde werden, gehen wir noch Einkaufen und Tanken. Wieder zurück beim Wägeli legen wir erst einmal die Füsse hoch.

Fahrt nach Cuxhaven

Donnerstag, 27.08.2026

Die Fahrt über Landstrassen und durch viele Ortschaften stellt sich als ziemlich zeitaufwendig heraus. Zweimal ist zudem die Strasse gesperrt und wir müssen einer Umleitung folgen. Vielerorts sehen wir die typischen uthlandfriesischen Häuser mit den wunderschönen Reetdächern. Zwischen den schwarzbunten Kühen auf den Weiden staksen Störche umher, um Futter zu suchen.

Haus mit Reetdach

Als wir kurz nach 14 Uhr endlich in Glückstadt ankommen, beträgt die Wartezeit für die Elbüberfahrt zwei Stunden. Vor dem Hafen gibt es einen Rückstau von mehr als zwei Kilometern. Im Schneckentempo geht es vorwärts. Um halb fünf sind wir endlich auf der Fähre. In fünfundzwanzig Minuten geht es zügig hinüber nach Wischhafen.

Fährhafen Glückstadt

Es ist einiges los an und auf der Elbe: In der Kehdinger Elbmarsch lebt eine grosse Vielfalt an Vögeln und auf dem breiten Fluss ziehen die Frachtschiffe an den winzig erscheinenden Autofähren vorbei. Vom Fährhafen Wischhafen geht es noch 61 Kilometer weiter bis Cuxhaven. Da es uns nicht mehr reicht, vor 18 Uhr anzukommen, liegt das Couvert auf dem Wattenlöper Campingplatz wie abgemacht im Briefkasten bei der Rezeption für uns bereit. Ein hilfsbereiter Gast geleitet uns gleich zu unserer Parzelle und informiert uns dabei gleich noch über allerlei Wissenswertes hier auf dem Platz. Nach einer komfortablen Regendusche spazieren wir zum Sonnenuntergang hinüber zum Duhner Strand, wo reger Betrieb herrscht. In der offenen Sportarena im Sand sind Jugendliche aktiv. Viele Leute promenieren auf dem Uferweg, andere geniessen die Stimmung auf einem Bänklein sitzend und manche wandern weit hinaus ins freigelegte Watt. Hier und da sind bunte Drachen am Himmel zu sehen. Die feuerorange Kugel geht langsam hinter der Silhouette der Insel Neuwerk unter.

Sonnenuntergang Cuxhafen

Durch das Leuchten auf dem feuchten Wattboden wirkt der Sonnenuntergang noch intensiver. Nach diesem wunderschönen Naturschauspiel gehen wir zurück zu unserem Wägeli, essen noch eine Kleinigkeit und verkriechen uns dann in unsere Schlafsäcke.

Von Cuxhaven auf den Sonnenhügel

Freitag, 28.08.2026

In der Nacht hat es etwas geregnet. Am Morgen ist der Himmel wolkenbedeckt. Wir wissen noch nicht, wie weit wir fahren wollen. Die Fahrt von gestern steckt uns in den Knochen. Bald sind wir auf der Autobahn Richtung Bremerhaven. Über Oldenburg geht es weiter nach Osnabrück. Wir kommen gut voran. In einer Pause suchen wir nach einem Campingplatz, der zwischen Osnabrück und Münster liegt und fahren dann nach Lengerich zum Camping „Auf dem Sonnenhügel“. Beim Empfang hat es so viele blühende Pflanzen, dass ich mich zuerst frage, ob wir in einer Gärtnerei gelandet sind. Die bodenständige Inhaberin begleitet uns mit dem Velo und zeigt uns, wo wir unser Wägeli hinstellen können. Ein paar Meter weiter ist ein Badesee, wo sich Kinder und Erwachsene im Wasser tummeln. Wir müssen noch einkaufen und fahren zum Kaufland in Lengerich. Die Auswahl an Lebensmitteln ist gross! Wieder zurück widmen wir uns dem Geschehen auf der Wiese gegenüber.

VFL Fan

Dort läuft Musik und zwischen den Wohnwagen wird ein Partyzelt mit allem Drum und Dran aufgebaut. Eine mobile Sauna wird hingefahren. Wie wir vernehmen, trifft sich die Gruppe mit Gross und Klein zweimal pro Jahr zu einem Fest. Gegen Abend trudeln immer mehr Leute ein. Zumindest einer ist offensichtlich VFL Fan. Der ganze Camping scheint in Wochenendfestlaune. Während hier Partystimmung herrscht, ist ein paar Meter weiter vorne beim Restaurant Biergartenstimmung. Trotz all den Hintergrundgeräuschen entschwinde ich später schnell ins Land der Träume.

Waldcamping Prüm

Samstag, 29.08.2026

Am Morgen ist es ruhig. Nur ein paar Kids sind bereits wach und unterwegs. Nach Frühstück mit Brötchen räumen wir zusammen und fahren los. Wieder wissen wir noch nicht, wie weit wir heute kommen. Der Verkehr auf der Autobahn ist recht dicht, rollt aber grösstenteils ruhig dahin. Die Lastwagen parken bis am Montag früh auf den Autobahnrastplätzen. In verschiedenen Teilen Deutschlands gilt während der Sommerferien ein samstägliches Lkw-Fahrverbot. Unterwegs verpflegen wir uns mit typisch deutscher Kost und suchen auf der Karte nach einem Camping für die Nacht. Dann fahren wir nach Prüm, einer Stadt in der Westeifel (Rheinland-Pfalz). Etwas ausserhalb des Ortes liegt der Waldcamping Prüm. Als wir uns einrichten, setzt überraschend ein leichter Nieselregen ein. Ich muss mich nach der Autofahrt noch etwas bewegen und spaziere nach Prüm. Der eindrückliche, lachsfarbene Barockbau der Sankt-Salvator-Basilika mit den ehemaligen Abteigebäuden dominiert das Zentrum.

Sankt-Salvator-Basilika

Der Ortskern ist am späten Samstagnachmittag aber ziemlich ausgestorben. Nach einem Einkauf im Drogeriemarkt marschiere ich die Strecke wieder retour. Schünti hat derweil den Staubsauger aktiviert und sonst noch allerlei erledigt. Später rufen wir den Camping Municipal in Metz an. Leider hat es morgen keine freien Plätze mehr für Wohnwagen. Wir schauen noch weiter, finden aber nichts wirklich Passendes für uns. Wir werden morgen nach Campingplätzen in und um Nancy schauen und dann entscheiden, welche Stadt wir nun besuchen wollen.

Luxemburg, Stau und Panaché

Sonntag, 30.08.2026

Der Campingplatz bei Nancy ist am Morgen nicht erreichbar. So fahren wir erst mal über die Grenze nach Luxemburg. Die Stadt selbst wollen wir nicht erkunden, sie ist uns im Moment zu gross. Nach der Grenze tanken wir und Schünti kauft Zigaretten. Beides ist verhältnismässig günstig. Der Campingplatz bei Nancy ist immer noch nicht erreichbar. So schauen wir weiter und fragen bei einem Camping in Liverdun nach. Bei rechtzeitiger Ankunft sollte ein Platz kein Problem sein. Also geben wir Camping de la Moselle in unser Navi ein und fahren weiter. Die Landschaft wird nun langsam wieder etwas hügelig. Auf der Autobahn in Richtung Metz geraten wir in einen Stau, der eineinhalb Stunden dauert und an den Nerven zerrt. Grund dafür sind ein gesperrter Autobahnabschnitt und ein Unfall. Der Clou folgt aber, als wir beim Schild Déviation einfach weiter auf der Autobahn bleiben können und sehen, wie gerade die Hütchen der Baustelle eingesammelt werden. Gegen 17 Uhr kommen wir auf weiteren Umwegen (TomTom sei Dank) endlich an. Den Platz können wir uns selber aussuchen. Es hat bereits viele Leute und es kommen laufend weitere an. Der Ort scheint als Transitplatz beliebt zu sein. Nachdem alles eingerichtet ist, holen wir uns an der Bar ein feines Panaché und setzen uns draussen hin. Wir sind beide recht geschafft von den letzten Reisetagen.

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