Skandinavien Reise 27.07. bis 02.08.2026

Skandinavien Reise 27.07. bis 02.08.2026

Montag, Juli 27, 2026

Fahrt nach Beitostølen und Wanderung Synshorn

Montag, 27.07.2026

Es geht wieder einige Kilometer weiter, also packen wir zusammen. Mein Schuhbeutel fehlt, wahrscheinlich hat es ihn gestern vom starken Wind aus dem Auto geblasen. Wer weiss, vielleicht entdecke ich ihn ja noch. Wir fahren heute nochmals die gleiche Strecke. Beim ersten Parkplatz sehe ich nichts, also steige ich beim Valdresflya Kafé nochmals kurz aus. Und siehe da, befestigt mit einem Stein auf einem Felsbrocken liegt er da. Auch wenn es nichts Grosses ist, freut es mich doch. Nach rund 30 Kilometer sind wir schon am Ziel und richten uns ein. Leider sind direkt hinter dem Campinggelände Strassenbauarbeiten im Gang und es ist ziemlich laut. Wir wollen heute aber sowieso noch eine Wanderung machen. Bis wir zurück sind, ist sicher Feierabend. Wir ziehen uns um und fahren ein paar Kilometer zurück. Schünti zahlt beim Hotel 80 NOK für das Parkieren, dann geht es los Richtung Synshorn. Es ist wechselnd bewölkt und es weht ein mässiger Wind. Der Anstieg ist angenehm mit kurzen felsigen Passagen. Je höher wir kommen, desto heftiger weht der Wind. Das Gute daran ist, dass er uns nicht entgegen bläst, sondern uns schon fast hinaufschiebt. Das Synshorn besteht aus drei Gipfeln. Als wir es zum letzten Gipfel geschafft haben, ist die Windstärke bereits über 50 Stundenkilometer. Die Sicht ist schön, aber es ist kalt und es wird zunehmend schwierig, das Gleichgewicht zu halten. Wir verkriechen uns hinter einen grossen Felsbrocken. Hier trinken wir etwas Tee und ziehen uns noch wärmer an. Auf dem Rückweg schlägt uns der Wind entgegen, was sich aber als ideale Abstiegshilfe erweist. Inzwischen ist es früher Abend. Da die Sonne hier im Moment erst nach 22 Uhr untergeht, kommen uns immer noch jede Menge Leute im Aufstieg entgegen. Wir freuen uns auf eine heisse Dusche und einen gemütlichen Abend.

https://www.komoot.com/de-de/tour/3146959742

Stabkirche und Wanderung

Dienstag, 28.07.2026

Eigentlich wollten wir hier in der Gegend noch eine Wanderung aufs Bitihorn machen. Der Wind weht aber nach wie vor recht stark und das Bitihorn ist noch etwas höher als das Synshorn. So verzichten wir lieber auf diese Unternehmung. Gegen Mittag fahren wir nach Fagernes, um einiges zu erledigen. Ein Besuch in der Bakery darf natürlich nicht fehlen. Auf der Rückweg machen wir einen Zwischenstopp in Hegge. Dort steht eine weitere Stabkirche, die wir uns ansehen möchten. Wir sind ziemlich überrascht. Die Kirche ist sehr schlicht und erinnert im ersten Augenblick eher an eine der Holzkirchen, die in Norwegen oft zu sehen sind. Leider bleibt die Kirche in diesem Sommer für den Tourismus verschlossen und wir können sie nicht von Innen besichtigen. Als wir wieder zurück sind, habe ich - trotz Wind – das Bedürfnis, mich noch etwas zu bewegen. Schünti chauffiert mich zum Ausgangspunkt für meine Runde über die Knausehøgde. Vom Rücken des Hügelzugs aus habe ich schöne Sicht auf das Bitihorn, verschiedene Seen und hinunter auf Beitostølen. Da es mir so gut gefällt und der Wind hier nicht so extrem ist, entschliesse ich mich, nicht den Rundweg zu machen, sondern über die Nørdre Knausen und Søre Knausen weiterzulaufen und von direkt nach Beitostølen abzusteigen. Das Gebiet ist sehr gut erschlossen. Im Winter Skigebiet, gibt es jetzt im Sommer ein ausgedehntes Wanderwegnetz. Beim Absteigen verwirren mich die Pflöcke mit den Nummerierungen allerdings eher und ich orientiere mich am Skilift, um auf dem richtigen Weg zu bleiben. Am Abend studieren wir ausgiebig an unserer weiteren Reiseroute herum.

Fahrt nach Leira

Mittwoch, 29.07.2026

Der Strassenbaulärm weckt mich. Nach dem Frühstück packen wir zusammen und fahren los. Heute geht es bis Leira. Wir verpassen die Einfahrt des Camping auf den wir eigentlich wollten. Da es aber noch einen weiteren gibt, fahren wir einfach weiter, bis wir diesen erreichen. Er ist etwas weiter vom Zentrum entfernt, viel kleiner und auch ruhiger. Unser Wägeli können wir direkt am lauschigen Seeufer aufstellen. Dafür müssen wir unsere sämtlichen Kabel aneinander stückeln, damit es bis zur Stromsäule reicht. Wir rücken später noch zum Einkaufen aus. Als wir aus dem Geschäft kommen, regnet es bereits. Später gibt es zwar nicht wie angekündigt ein Gewitter aber es schüttet eine Weile wie aus Kübeln. Ich bedaure einmal mehr, dass ich mir immer noch keine Gummistiefel gekauft habe.

Fahrt nach Rødberg

Donnerstag, 30.07.2026

Da auch für heute eher trübes Wetter angesagt ist, entschliessen wir uns weiterzufahren. Wir haben Glück und es bleibt trocken, während wir zusammenpacken. Von Leira nach Gol fahren wir durchs Tisleidalen. Die weitere Strecke zwischen Gol und Geilo kennen wir bereits vom Frühling. Damals sind wir in Gol nördlich ins Hemsedal abgebogen. Bald fängt es an stark zu regnen. Der Circle-K in Ål kommt uns gerade gelegen. Hier können wir mit unserem Gespann gut parkieren, einen Kaffee trinken und Schokoladencroissants essen bis der Regen nachlässt und die Wolken aufreissen. In Geilo biegen wir ins Uvdal, bzw. Numendal ab und fahren Richtung Rødberg. Auf dieser Strecke geht es dreimal nacheinander rassig bergauf und bergab. Motor und Bremsen werden gleichermassen gefordert. In Rødberg werden drei Wasserkraftwerke betrieben. Da wir auch auf dem Zufahrtsweg zum Campingplatz Fjordgløtt eines der Kraftwerke passieren, bin ich zuerst etwas skeptisch betreffend Platzwahl. Der Platz ist aber genügend weit entfernt, wirkt sehr freundlich und liegt auf einem weitläufig terrassierten Gelände am Norefjord. Der junge Besitzer ist bei der Reception am Bauen. Er geht später bei allen Gästen vorbei, um einzukassieren und etwas zu plaudern. In der Nacht sieht Schünti zum ersten Mal seit langem wieder Sternenhimmel. Die Nacht hat uns also wieder.

Wanderung Stornatten und Kirchen

Freitag, 31.07.2026

Endlich können wir mal draussen frühstücken. Die Sonne scheint und es ist fast windstill. Heute steht der Stornatten als Wanderung auf dem Programm. Wir fahren zum Tunhovd Dam auf rund 730 m. Kurz nach dem Staudamm geht es kurz und knackig durch steiles, bewaldetes Gebiet nach oben. Danach lichtet sich der Wald und wir erreichen bald ein freies, offenes und felsiges Gelände, das auf den Gipfel führt. Wir machen Pause und geniessen die schöne Sicht. Nachdem wir auch den steilen Abstieg erfolgreich hinter uns gebracht haben, fahren wir nach Uvdal. Das Numedal ist nämlich als Tal der Stabkirchen bekannt. Vier der achtundzwanzig erhaltenen Originale reihen sich in Nore, Rollag, Flesberg und Uvdal aneinander. Im Eintrittspreis wäre auch die Besichtigung des Freilichtmuseums inbegriffen, das auf dem Gelände des alten Pfarrhofs erbaut wurde. Aber allein schon die Besichtigung der farbenfroh ausgekleideten Kirche mit traditioneller norwegischer Rosenmalerei ist den Besuch wert. Danach gibt es noch einen Abstecher zur neuen Kirche von Uvdal, die als Langkirche im modifizierten Drachenstil gebaut wurde und bewusst Elemente der traditionellen norwegischen Stabkirchen aufgreift. Auf dem Rückweg erledigen wir unseren Einkauf bei KIWI. Heute haben wir sogar Lust auf ein kühles alkoholfreies Bier zum Apéro.

https://www.komoot.com/de-de/tour/3157765543

Fahrt nach Seljord

Samstag, 01.08.2026

Die heutige Etappe führt zuerst bis Skarton. Dort gibt es beim Circle-K eine Pause bei Kaffee und Boller. Leider ist bei dieser Station der Kaffee sehr dünn, das muss wohl an den Bohnen liegen. Ab hier müssen wir wieder ein kurzes Stück zurück fahren, da an der 40er Strasse eine Brücke gesperrt ist. Kurz nach der Umfahrung biegen wir auf die 37 ab und fahren durch das schöne Jondalen. Es fühlt sich fast an wie eine Sonntagsfahrt über Land. Bei Gransherad biegen wir gegen Süden ab in Richtung E134 welcher wir dann für die restliche Strecke nach Seljord folgen. Wir sind nun wieder in der Telemark. Im Frühling sind wir von den Notodden über Gransherad nach Norden abgebogen nach Augstbygda gefahren. Wir steuern den Seljord Camping an, der am Seljordsvatnet liegt und platzieren uns zwischen den vielen fest installierten Campinghäuschen. Kurz nach halb zwölf Uhr nachts sehe ich hinter den Hügeln am See den Mond aufgehen.

Sonniger Wasch-, Putz- und Biketag

Sonntag, 02.08.2026

Noch vor dem Frühstück nehme ich zielstrebig die Waschmaschine auf dem Camping in Betrieb. Nachdem die Wäsche erst einmal mit hoher Drehzahl geschleudert wird, schaue ich mir die Beschriftung etwas genauer an. Ich habe ein Spezialprogramm für Mopps erwischt. Naja, das lässt sich nicht mehr ändern. Hauptsache es wäscht 60 Grad. Wir geniessen unser Frühstück wieder draussen an der Sonne. Während ich später weiter wasche, lässt Schünti den Staubsauger durch unser Wägeli sausen. Am Nachmittag unternimmt er eine Biketour, die ihn durch das Grunningsdalen führt. Die steile Abfahrt im abschüssigen Gelände begeistert ihn und verlangt volle Konzentration.

https://www.komoot.com/de-de/tour/3164700463

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