
Skandinavien Reise 31.08. bis 05.09.2026 Finale
Ruhetag in Liverdun
Montag, 31.08.2026
Am Morgen hat es vom nächtlichen Regen noch grosse Pfützen auf dem Boden. Der Tag beginnt wechselnd bewölkt. Wir nehmen es gemütlich. Da wir etwas im Rückstand sind, beschäftigen wir uns auch noch mit dem Blog. Am Nachmittag unternehmen wir einen Spaziergang ins nahegelegene Liverdun. Entlang der Moselle und vorbei an charmant verwilderten Schrebergärten geht es zuerst zum Bahnhof, wo wir den Fahrplan studieren.

Morgen wollen wir nach Nancy fahren. An der Hauptstrasse liegt das Café de la Gare, daneben das Geschäft mit den bekannten „Les Véritables Madeleines de Liverdun“. Die historische Ville haute liegt erhöht am Hang und wirkt mit dem schönen Schloss recht malerisch. Als wir näherkommen, sehen wir, dass Château Corbin zu einem Grossteil neu restauriert und aufgebaut worden ist. Wir schlendern durch die ruhigen engen Gassen zur Place de la Fontaine, zur Église Saint-Pierre und zur Porte haute du vieux Liverdun.

Von hier aus hat man eine wunderbare Sicht auf die Moselle. Auf dem Rückweg spüren wir ein paar Regentropfen und laufen etwas schneller, da unsere Stühle noch vor dem Wägeli stehen. Sobald sie weggeräumt sind, scheint schon wieder die Sonne. Wir setzen uns wie gestern draussen vor die Bar und geniessen erneut ein Panaché. Währenddessen finden sich auf der Terrasse des Restaurants bereits die ersten Gäste zum Essen ein und im Pool wird noch fleissig geplantscht. Nach all den Apéro-Cacahuètes fällt unser Nachtessen heute eher spartanisch aus.
Nancy
Dienstag, 01.09.2026
Heute Morgen sind wir ziemlich spät dran. So ist schon 12 Uhr vorbei, als wir am Bahnhof in den Zug nach Nancy steigen. Drei Stationen und 15 Minuten später sind wir auch schon da. Vom Bahnhofplatz aus starten wir unsere Erkundungstour. Noch bevor wir den bunten Marché Central und die Cathédrale Notre-Dame-de l'Annonciation erreicht haben, kommen wir an einigen sehr gemütlichen Kaffees vorbei. Leider sind Schüntis Ohren noch nicht auf Empfang. Als wir die imposante Kathedrale betreten, werden wir von einem unerwarteten Anblick empfangen: Das Kirchenschiff ist voller Gerüste, Planen und Absperrungen. Die Kathedrale wird derzeit im Innenraum umfassend renoviert.

Auch wenn die freie Sicht auf die riesige Kuppel und andere Teile der Kathedrale eingeschränkt ist, hat die Kulisse einen eigenen Reiz. Von hier ist es nicht mehr weit zur Place Stanislas, dem eigentlichen Prunkstück von Nancy. Der weltberühmte Platz wurde im 18. Jahrhundert erbaut und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Der grosse und beeindruckende Platz wird vom Hôtel de Ville, dem Musée des Beaux-Arts und der Opéra National de Lorraine sowie sechs filigranen, vergoldeten schmiedeeisernen Toren gesäumt. Vor der Opéra hat sich eine lange Menschenschlange gebildet. Andere sitzen auf den Terrassen der Cafés oder schauen zum Rathaus empor, wo auf den Balkonen und hinter den offenen Fenstern und Türen zahlreiche Menschen zu sehen sind. Wahrscheinlich findet gerade ein Empfang statt.

Nach der langersehnten Kaffeepause spazieren wir weiter zum historischen Stadttor, der Port de la Craffe.

Mit unserem Picknick besuchen wir anschliessend den Parc de la Pépinière. Der Park bietet vielerlei: er lädt zum Flanieren und Verweilen auf den Liegewiesen oder einem Bänklein ein, es gibt einen kleinen Zoo und einen Spielplatz wo sich Gross und Klein vergnügen. In einem anderen Teil kommen Sportbegeisterte auf ihre Kosten: Hier gibt es einen Sportplatz, eine Street-Workout-Zone und ein Basketballfeld. Unser Imbiss ist kalt leider gar nicht so lecker, so packen wir bald wieder zusammen und marschieren Richtung Bahnhof. Unterwegs kaufen wir noch etwas zum Abendessen ein und gönnen uns in der Boulangerie am Bahnhof feine Chaussons aux pommes.
https://www.komoot.com/de-de/tour/3249228688
Fahrt nach Gérardmer
Mittwoch, 02.09.2026
Wir frühstücken und packen gemütlich zusammen. Heute Mittag geht es weiter in die Vogesen, nach Gérardmer. Bevor wir nach Hause fahren, möchten wir dort ein paar Tage verweilen. Am frühen Nachmittag erreichen wir den Camping „Les Sapins“. Es stellt sich heraus, dass wir leider nur zwei Tage bleiben können. Ab Samstag ist alles besetzt, da am Wochenende ein Triathlon stattfindet. Ich bin etwas frustriert, da habe ich am Telefon wohl zu wenig genau hingehört. Wir gehen einkaufen und parkieren danach im Zentrum, wo wir mit Sicht auf das geschäftige Treiben beim Karussell ein kühles Panaché trinken.

Später wundern wir uns beim Einräumen, dass der Kühlschrank nicht mehr richtig kalt ist. Die Türe schliesst nicht mehr optimal. Obwohl wir nun jedes Mal die Verriegelung aktivieren, merken wir aber keinen grossen Unterschied. Schünti macht am Abend ein feines Ratatouille. Ich wasche ab und falle danach schon vor Kaffee und Dessert ins Bett.
E-Biketour und Feenwald
Donnerstag, 03.09.2026
Endlich merken wir, woran es liegt. Marmottes haben den Kühlschrank nicht von Batterie auf Strom umgestellt! Die Sachen aus dem Gefrierfach müssen leider weg.
Schünti macht sich nach dem Frühstück bald für eine E-Biketour bereit. Ich setze mich draussen im Halbschatten hin und lese und schreibe. Als Schünti von seiner Tour retour ist und die Hitze langsam zurückgeht, spaziere ich ein Stück dem See entlang.

Im Wald ist es zauberhaft schön und angenehm kühl. Schünti kann ich auch mit der Aussicht auf ein Bier nicht mehr vom Wohnwagen weglocken.

Also kaufe ich mir auf dem Rückweg beim Snack-Chalet Miamzelle ein erfrischenden Schweppes Agrumes, setze mich an den See und schaue, was sich im und auf dem Wasser alles so bewegt. Morgen müssen wir hier weg, also stellt sich schon wieder die Frage: Wohin? Nach unserer Frischekur im Norden locken uns die hohen Temperaturen noch gerade nicht nach Hause.
https://www.komoot.com/de-de/tour/3254071684
Sommer, Saint-Ursanne und Pizza
Freitag, 04.09.2026
Bis nach Saint-Ursanne sind es etwa 160 Km. Im Relais chez Pierrette machen wir unterwegs einen Kaffeehalt. Der Mittagsservice ist voll im Gang und im kleinen Lokal geht es äusserst lebhaft zu und her. Kurze Zeit später passieren wir die Schweizer Grenze in Delle und fahren durch den Jura bis nach Saint-Ursanne. Es ist – zumindest für uns – schon sehr warm. Leider können wir auf dem Campingplatz nur zwischen zwei sonnigen Plätzen beim Parkplatz wählen. Kaum haben wir uns installiert, gehe ich über die Strasse zum Doubs und suche ein Schattenplätzchen. Leider ist auch hier Fehlanzeige

Schünti hat sich unter einem Baum in den Halbschatten gesetzt, ich verkrieche mich nun in den Schatten hinter dem Wohnwagen. Der Nachmittag vergeht mit Lesen und Telefonieren. Als es schattig und kühler wird, spazieren wir nach Saint-Ursanne, um das historische Städchen doch noch kurz zu erkunden.

Die kleine Ortschaft, die oft als Perle des Juras bezeichnet wird, schmiegt sich zwischen den Doubs und die Jurafelsen. Wir betreten die Altstadt mit den bunten Hausfassaden durch das gut erhaltene, wuchtige Stadttor und spazieren durch die ruhigen Gassen bis zur Stiftskirche.

Kurz später kommen wir zur St-Jean-Brücke mit der Statue von St. Jean Népomucène, die wir wahrscheinlich etwas zu wenig würdigen. Auf alle Fälle haben wir von hier aus einen schönen Blick auf den Doubs und die angrenzenden Häuser.

Damit die Küche im Maison du Tourisme nicht bereits geschlossen ist, müssen wir uns auf den Rückweg machen. Mit einer Pizza und einem Bier der Brasserie de l'Avenir beschliessen wir den letzten Abend und stossen auf die zukünftigen Reisen an.

Fahrt nach Hause
Samstag, 05.09.2026
Am Morgen packen wir zum vorläufig letzten Mal zusammen und machen unser Wägeli startklar. Dann geht es noch 120 Kilometer über Biel und Bern, bis wir am Mittag zu Hause eintreffen.
Wann und wohin es wieder losgeht, wissen wir noch nicht. Jetzt heisst es erst einmal ankommen und das Hiersein geniessen. Auch unser Wägeli muss gewartet und repariert werden, bevor es die nächste Reise unter die Räder nimmt. Es hat uns riesig gefreut, dass ihr uns auf unserem Reiseblog gefolgt seid. Herzlichen Dank dafür! Und natürlich wäre es schön, wenn ihr das nächste Mal auch wieder dabei seid.
Merci viumau! Mir hei üs immer sehr über öie Bärner Kommentar gfröit 🫠
Härzlechi Grüess vo de zwöi Motte 🥰
